Zwischen 2000 und 2005 wurden bei Zahntechnikern von der zuständigen Berufsgenossenschaft „Elektro-Textil- Feinmechanik“ 526 Berufskrankheitenfälle anerkannt; 481 davon – also gut 91% – waren Hauterkrankungen.
Hält sich diese Krankheitsgruppe branchenübergreifend seit Jahren hartnäckig an der Spitze der arbeitsbedingten Erkrankungen, so sind Zahntechniker davon besonders betroffen, denn der Umgang mit hautgefährdenden Stoffen gehört für sie zum Tagesgeschäft.
Wie Untersuchungen ergeben haben, ist der Kenntnisstand über das Gefährdungspotenzial der in den Dentallaboren verwendeten Arbeitsstoffe und -materialien beklagenswert gering; vielfach wird allzu sorglos mit ihnen umgegangen. Als Folge dessen müssen viele Zahntechniker ihren Beruf aufgeben und sich umschulen lassen; ihre Arbeitgeber verlieren wertvolle Mitarbeiter.
Beruflich bedingte Hauterkrankungen bei Zahntechnikern sind überwiegend Kontaktekzeme, d. h. der „Einwirkungsort“ der Arbeitsstoffe und die erkrankten Hautpartien sind identisch.
Das akut-toxische Kontaktekzem ist quasi ein „Hautunfall“, verursacht durch eine kurzzeitige Einwirkung von stark toxisch wirkenden Stoffen, wie z. B. Verätzungen durch starke Säuren. Das akut-toxische Kontaktekzem tritt nur an den Kontaktstellen auf und heilt nach Beendigung der Einwirkung rasch wieder ab.
Wird die Haut über einen längeren Zeitraum Irritantien (Reizstoffen) ausgesetzt, die an sich nur schwach hautschädigend wirken, kann sich ein chronisches Kontaktekzem, auch als Abnutzungsdermatose bezeichnet, herausbilden. Dazu gehören im Dentallabor z. B. Säuren, Wasch-, Reinigungs- und Spülmittel, aber auch Feuchtarbeit.
Die wichtigsten Allergieauslöser im Dentallabor sind die dort verwendeten Kunststoffe. Dentalkunststoffe zur Herstellung von Zahnersatz sind chemisch gesehen in der Regel Acrylate.
Verursacht werden die Allergien sehr oft durch die offenbar nicht auszurottende Unsitte, die Finger mit Monomerflüssigkeit zu benetzen, um damit Kunststoffe zu glätten.
Auslöser für Hautschäden sind außerdem mechanische Reize in Form von Stäuben, die bei der Bearbeitung von Gips-, Metall-, Keramik- und Kunststoffteilen freigesetzt werden. Im Dentallabor sind das vor allem Gipsstäube beim Anrühren von Gips, Metallstäube beim Trennen, Schleifen und Polieren sowie PMMA (Poly[methacrylsäuremethylester])-Stäube beim Bearbeiten von ausgehärteten Kunststoffen.